Mehr als 2000 Veranstaltungen und die Eröffnung eines Multimedia-Museums zum Komponisten in Warschau bietet allein das Chopinjahr in Polen. Den Auftakt zum Chopinjahr machte am 7. Januar und 8. Januar Lang Lang. Die Warschauer Nationalphilharmonie präsentiert zum Chopinjahr einen Zyklus von 20 Konzerten.
Anfang und Ende der Konzertreihe "Nadzwyczajne koncerty urodzinowe" bilden Chopins umstrittene Geburtsdaten: der 22. Februar und der 1. März werden als mögliche Geburtstage angenommen. In Chopins Geburtsurkunde steht als Datum der 22. Februar 1810. Er selbst und seine Mutter Tekla Justyna Chopin (Mädchenname Krzyżanowska) nannten stets den 1. März. Künstler wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Piotr Anderszewski, Leif Ove Andsnes, Rafał Blechacz, Dang Thai Son, Evgeny Kissin, Garrick Ohlsson, Janusz Olejniczak, Murray Perahia, Ivo Pogorelich und Yundi Li geben sich ein Stelldichein.
Ein anderes Geburtsständchen beginnt ebenfalls am 22. Februar um 19 Uhr in der Warschauer Altstadt und endet am 1. März um 22 Uhr. Das 171-stündige Non-stop-Konzert "Najdłuższe urodziny" (Der längste Geburtstag) lädt Laien und Profis Chopin zu huldigen. Vom 25. Februar bis zum 1. März findet unter dem Leitthema "Chopin 1810-2010 Idee – Interpretacje – Oddziaływania" ein großer internationaler Chopinkongress statt.
Neues Chopin-Museum und Chopin-Center
Zum Anlass des 200. Geburtstages von Frédéric Chopin wird am 1. März 2010 ein Museum wie noch kein anderes in Europa offiziell eröffnet. Der Warschauer Ostrogski-Palast wird auf 1,3 tausend Quadratmetern die weltweit größte Chopinkollektion mit über 7000 Ausstellungsstücken beherbergen. Vier Stockwerke des Schlosses werden sich sowohl wissenschaftlich als auch biographisch mit dem berühmten Pianisten, Komponisten und Pädagogen auseinandersetzen. So können in den verschiedenen Etagen u.a. Chopins Geburtsort, Warschau zu Lebzeiten Chopins oder der Pariser Salon besichtigt werden. Viele Ausstellungsstücke thematisieren Chopins Musik, seine Europareisen und seinen Tod. Auch ein Konzertsaal wird im Museum vorhanden sein, in dem Pianisten und Komponisten auftreten können. Direkt neben dem Museum wird sich das Chopin-Zentrum befinden, das sowohl das Nationale Chopin-Institut, eine Bibliothek, Mediothek, einen Konferenzsaal und ein Touristenzentrum enthalten wird. Die Neueröffnung und Erweiterung des Chopin-Museums kostet rund 82 Millionen Złoty. Für Besucher wird das Museum erst ab dem 6. April geöffnet werden.
Chopin in 3-D und als Ballett
Mit einem Budget von 18 Millionen Złoty (ca. 4 Millionen Euro) entsteht anlässlich des Chopinjahres eine der teuersten Trickfilmproduktionen, die zurzeit in Europa realisiert wird. In der internationalen Koproduktion, die gemeinsam von BreakThru Films gedreht wird, finden zwei Kinder in einem Warschauer Hinterhof einen magischen alten Konzertflügel, mit dem die beiden eine Reise durch ganz Europa antreten. Der 85-minütige Film (davon rund 30 Minuten in 3-D) wird im Dezember 2010 Premiere. Den Soundtrack mit Chopins Musik wird kein geringerer als der chinesische Starpianist Lang Lang einspielen. Bereits am 9. Mai wird in der Warschauer Nationaloper das Balett "Chopin" in zwei Akten nach einem Libretto von Antoni Libera uraufgeführt. Die Choreografie zu der Musik von Berlioz, Liszt, Schubert, Schumann und natürlich Chopin stammt von Patrice Bart.
Festival "Chopin and his Europe" und 16. Internationale Chopin-Klavierwettbewerb
Weitere Höhepunkte des Chopinjahres werden im August das stark erweiterte 6. Internationale Festival „Chopin and his Europe" sein. Das zweifellos wichtigste Ereignis des Chopinjahres ist aber der 16. Chopin-Wettbewerb von 2. bis 23. Oktober. Die Frédéric Chopin-Gesellschaft in Warschau veranstaltet den Zyklus „200 Konzerte zum 200. Geburtstag“. Auch die Warschauer Universität, an der Chopin drei Jahre lang studiert hat, beteiligt sich mit dem Projekt „Warschaus Beschreibung“ - eine multimediale Reise durch die Hauptstadt zu Zeiten Chopins - oder mit den Julikonzerten in der Universitätsbibliothek. „Let’s Dance Chopin“ hingegen ist ein innovatives Projekt des Frédéric Chopin Nationalinstitutes, das seine Kompositionen mittels Tanz und Jazzmusik interpretiert. Der Gedanke hinter diesem vielfältigen Angebot ist, das Werk Chopins für jede Geschmacksrichtung aufzubereiten.