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Autor: Redaktion
Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam beschäftigt sich an diesem Wochenende ausführlich mit der historischen Schlacht bei Tannenberg im Jahr 1410. Wissenschaftler aus vier Nationen diskutieren an diesem Wochenende darüber, wie das historische Ereignis die kulturelle Identität von Deutschen, Polen und Litauern geprägt hat.
Bis heute ist Tannenberg (poln. Grunwald) ein Nationalmythos, um den heftig gerungen wird. So stritten sich Polen und Litauer jahrhundertelang darum, wer von beiden den entscheidenden Anteil am Schlachtgeschehen hatte.
Tannenberg gilt aber auch als Synonym dafür, dass Geschichte sich wiederholt. Ende August 1914 kam es dort zu einem weiteren großen Gefecht, diesmal zwischen deutschen und russischen Truppen. Für die rechten Kräfte in der Weimarer Republik und später auch für die Nazis ein gefundenes Fressen: Sie feierten den Sieg der 8. Armee unter General Paul von Hindenburg als germanische Heldentat. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte dann das kommunistische Polen Tannenberg für seine antifaschistische Propaganda. Über die Zeit wurde das Geschehen politisch instrumentalisiert und ideologisch überhöht.
Als ein Aufruf zur Verständigung betrachtet der Tannenberg-Spezialist Sven Ekdahl, der seit 30 Jahren in Berlin lebt, die Konferenz: „Die Deutschen sollten versuchen, sich in die Gedankenwelt der Nachbarn hineinzuversetzen und auch sehen, welche Geschichte die Polen oder Litauer beschäftigt.“
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