[2010-07-05]:: 70. GEBURTSTAG VON JERZY BUZEK

Autor: Redaktion

Der heutige EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek kann an seinem 70. Geburtstag auf ein bewegtes Leben voller Wendungen zurück blicken. Neben großartigen Erfolgen musste Buzek als Politiker auch einige bittere Niederlagen einstecken.

Jerzy Buzek wurde am 3. Juli 1940 in ¦mi³owice im Teschener Schlesien geboren. Sein Heimatort befindet sich heute auf dem Gebiet der Tschechischen Republik.

Nach dem Abitur 1957 studierte Jerzy Buzek an der Fakultät für Energietechnik der Schlesischen Technischen Universität in Gleiwitz (Gliwice) und schloss sein Studium 1963 ab. Im selben Jahr begann er seine Tätigkeit am Institut für Chemieingenieurwesen der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Gleiwitz. 1969 promovierte er. In den 80er Jahren konzentrierte er sich in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auf Fragen des Umweltschutzes. An der Schlesischen Technischen Universität in Gleiwitz und später an der Technischen Universität Oppeln (Opole) wurde er als Dozent sehr geschätzt

Aktivist der Solidarno¶æ
Im September 1980 wurde Jerzy Buzek in der Gewerkschaft "Solidarno¶æ" tätig. Er wurde zum Vorsitzenden des betrieblichen Streikkommittees gewählt. 1981 war er Abgeordneter des I. landesweiten Delegiertenkongresses der "Solidarno¶æ". Seine Bedeutung in der Gewerkschaft nahm systematisch zu. Am 13. Dezember 1981, dem Tag der Einführung des Kriegsrechts, gelang es ihm, der Internierung zu entgehen. Er ging in den Untergrund und gab das illegale, hektographierte Nachrichtenblatt "Biuletyn ´S´" heraus. 1987 zog er sich aufgrund der schweren Krankheit seiner Tochter Agata aus der Untergrundarbeit zurück. Nach dem Sieg der "Solidarno¶æ" 1989 nahm er seine wissenschaftliche Tätigkeit im vollen Umfang wieder auf.

Mitte der 90er Jahre wandte er sich wieder der Politik zu. Im Februar 1997 wurde Jerzy Buzek Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft der Wahlaktion Solidarität (AWS). Im Sommer wurde er zum Abgeordneten des polnischen Parlaments der dritten Legislaturperiode gewählt und anschließend von der AWS als Ministerpräsident nominiert. Er übte dieses Amt bis zum 19. Oktober 2001 aus. Während seiner Amtszeit führte er in Polen vier große teilweise unbeliebte Reformen durch (u. a. die Gebietsreform von 1999 in der neue 16 Wojewodschaften entstanden), integrierte er Polen in die NATO und verhandelte die Bedingungen für die Aufnahme Polens in die Europäische Union.

Große Niederlage, großes Comeback
Nachdem die AWS die Parlamentswahlen im Herbst 2001 verlor und kein einziges Mandat im Sejm erhielt, zog sich Jerzy Buzek nach dieser Niederlage für die nächsten Jahre aus der aktiven Politik zurück. Er engagierte sich gemeinnützig, u. a. initiierte Jerzy Buzek den jährlich stattfindenden Wettbewerb Pro Publico Bono um den Preis für die beste Bürgerinitiative in Polen. 2004 gewann er die Wahlen zum Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit dem besten Wahlergebnis in Polen.

In Brüssel war er von Anfang an sehr aktiv. Mehrmals ist er für sein Engagement und seine Kompetenzen ausgezeichnet worden. 2006 erhielt er den Titel "EU-Abgeordneter des Jahres" in der Kategorie "Wissenschaftliche Forschung und Technologie". In den Rankings der polnischen Wochenzeitschrift "Wprost" und der polnischen Tageszeitschrift "Rzeczpospolita" wurde er 2008 zum besten Europaabgeordneten erklärt. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2009 erhielt Jerzy Buzek in seinem Wahlkreis Schlesien fast 400 000 Stimmen und erzielte so erneut das beste Wahlergebnis in Polen.

Dank seiner Persönlichkeit und seiner Kompetenz sowie des geschickten politischen Agierens der polnischen Regierung und der Opposition wurde Jerzy Buzek am 14. Juli 2009 zum Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt. Bei der Wahl entfielen 555 von 644 gültigen Stimmen auf ihn - die größte Mehrheit, mit der ein EP-Präsident seit 1979, also seit den ersten direkten Wahlen, jemals gewählt wurde. Er ist der erste Parlamentspräsident, der aus den neuen Mitgliedsländern der EU stammt.


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