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Michael Reynolds hat Schriftstellerkollegen in ganz Europa gebeten, Texte zum symbolgeladenen Thema »Mauer« zu schreiben. Und Henning Wagenbreth wurde gewonnen, diese Texte zu illustrieren. So entstand ein nachdenkliches Buch, das gerade auch junge Leser beeindrucken wird und weit über den 20. Jahrestag der Berliner Mauer hinaus Relevanz hat.
Was für Folgen das Ende der innerdeutschen Grenze hatte, beschreibt Ingo Schulze anhand des erstaunlichen Falls seiner ehemaligen Kindergärtnerin; Miklós Vámos schreibt von der geheimnisvollen, von einer endlosen Mauer umgebenen sowjetischen Kaserne, die sich nach der Wende als potemkinsches Dorf erweist, Olga Tokarczuk von einem Grenzer, der widerwillig die Außengrenze der EU bewacht, Didier Daeninckx von einem Diktator, dessen Antrieb die Kindheitserinnerung an seine ersten Legosteine sind, mit denen er Mauern bauen konnte, und Andrea Camilleri von einem reichen Mann, der sich aus Angst vor den Menschen selbst einmauerte. Auch die anderen Autoren haben Texte geschrieben, die voller nachdenklich machender Überraschungen stecken. Außerdem hat Reynolds zwei starke Kurztexte von Heinrich Böll und Max Frisch gefunden, die das Thema »Mauern durchlässig machen« auf ganz andere Weise variieren.
Ebenso eindrucksvoll wie die Texte sind die großartigen Bilder Henning Wagenbreths, auf denen es von Mauern, Wachttürmen, Schäferhunden und anderen Emblemen der Unfreiheit wimmelt.
Herausgegeben von Michael Reynolds Mauern Mit Bildern von Henning Wagenbreth 96 Seiten, Jacoby & Stuart 2009 ISBN 978-3-941087-69-9 € [D] 16,95
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