Illustrierte Geschichte der Flucht und Vertreibung.

 

Vor 20 Jahren bekamen die Deutschen erstmals Zugang zu geheimen Archiven in Polen und anderen ehemaligen Ostblockstaaten. Die polnischen Wissenschaftler wiederum hatten zum ersten Mal Zugriff auf westliche Zeitzeugenberichte. Die Forschungsergebnisse flossen in einen gemeinsamen „Atlas der Vertreibung“. Deutsche und polnische Wissenschaftler koordinierten das Projekt einvernehmlich und fern des Streits um den Verband der Vertriebenen. In Polen wurde das Buch als bestes populärwissenschaftliches Werk des Jahres 2009 mit einem Historikerpreis ausgezeichnet. Nun hat es der Weltbild-Verlag in Augsburg in deutscher Sprache herausgebracht.

Die Geschichtspolitik in Deutschland über den Heimatverlust und das Unrecht der Vertreibung sorgt in Polen immer wieder für Aufregung. Denn die Ersten, die ihre Heimat verloren, waren keine Deutschen. Die Vertreibung begann 1939 mit dem Überfall Hitlers und Stalins auf Polen.

Das Buch zeigt genau dies auf. Hitlers "völkische Flurbereinigung" begann mit der "Heim ins-Reich"-Politik. Den Balten- und Rumäniendeutschen, den Wolhynien-, Galizien- und Bessarabien-Deutschen, die sich in Trecks auf den Weg machten, hatten die Nazis bessere Bauernhöfe in "Großdeutschland" versprochen. Im Warthegau wurden Polen und Juden massenweise vertrieben, um Platz für die Siedler zu machen.

Im Atlas  wird aber auch die Evakuierung, Flucht und Vertreibung der Deutschen in den Westen ausführlich geschildert. Knapp 7,5 Millionen Deutsche flohen 1944/45 aus den Ostprovinzen des Deutschen Reiches in den Westen oder wurden später von Polen und Russen vertrieben. Das Kapitel über die deutschen Vertriebenen endet mit der "Aktion Familienzusammenführung": Rund 350.000 Personen verließen in den Jahren 1950 bis 1959 Polen.

"Flucht und Vertreibung – Ursache und Folge - das haben deutsche und polnische Historiker gemeinsam erforscht und dargestellt: Fakten und Dokumente, von Tätern und Opfern. Private Fotos und persönliche Erinnerungen. Geschichte zum Verstehen und Nach-Empfinden."
rbb

– Illustrierte Geschichte der Flucht und Vertreibung.
Mittel- und Osteuropa 1939 bis 1959
Grzegorz Hryciuk,Malgorzata Ruchniewicz, Bozena
Szaynok, Andrzej Zbikowski, mit einem Geleitwort
von Stefan Troebst, aus dem Polnischen von Werner
Hoelscher-Valtchuk, Weltbild-Verlag. Augsburg
2009. 253 Seiten, 14,95 Euro.

 
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In diesem Sommer steht die polnische Hauptstadt dank des Chopinjahres 2010 bei den Polentouristen ganz hoch im Kurs. Wirklich lesenswerte Warschaureiseführer sind rar. Das Buch des Monats im Juni 2010 ist eine lobenswerte Ausnahme.
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2010.04.16
Illustrierte Geschichte der Flucht und Vertreibung.
Vor 20 Jahren bekamen die Deutschen erstmals Zugang zu geheimen Archiven in Polen und anderen ehemaligen Ostblockstaaten. Die polnischen Wissenschaftler wiederum hatten zum ersten Mal Zugriff auf westliche Zeitzeugenberichte. Die Forschungsergebnisse flossen in einen gemeinsamen „Atlas der Vertreibung“. In Polen wurde das Buch als bestes populärwissenschaftliches Werk des Jahres 2009 mit einem Historikerpreis ausgezeichnet. Unser Buch des Monats im April 2010.
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Eva Gesine Baur portraitiert Chopin in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu seinem Leben und seiner Musik. Unser Buch des Monats im März 2010
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Marek Edelman erzählt sein langes aktives Leben. Die erste Biografie eines der interessantesten Polen des 20. Jahrhunderts - klug, kontrovers, unbequem. Unser Buch des Monats im Februar 2010.
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16 Jahre lang war Polen geprägt von einer grundlegenden Transformation, die alle Lebensbereiche umfasste. Als 2005 die an die Macht gekommenen Rechten eine Zäsur setzten und die "Vierte Republik" angekündigten, schien die Dritte Republik an ihr Ende gekommen zu sein. Krakauer Historiker Andrzej Chwalba hat ein äußerst lehrreiches Buch zur Dritten Republik verfasst. Unser Buch des Monats im Januar.
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Zwanzig Jahre ist es her, dass der Eiserne Vorhang fiel. Er symbolisierte die Trennung zwischen Ost und West, zwischen Marktwirtschaft und Planwirtschaft. Joachim Jauer hebt in seinem Buch die Rolle von zwei Wegbereitern der deutsch-deutschen Wiedervereinigung besonders hervor: Papst Johannes Paul und der sowjetische Generalsekretär Michail Gorbatschow. Unser Buch des Monats im November 2009.
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